Ich liege gerade in meinem Zelt, welches gleich hinter dem arpica-Pass
vom hochgelegenen Campingplatz hinunter ins bachberauschte Tal schaut.
Gestern war es sehr Heiss (ca29 grad) sodass ich nach der nachtfahrt
vom Vortag ein bisschen am Como See bleiben wollte. Doch so
wunderschön das dort ist, so zog es mich doch weiter.
Der Übergang von Graubünden nach italien war ein bisschen heftig.
Noch erfüllt von der Ruhe und Kraft der Natur plötzlich zu
mediterranem Lebensstil und Temperament (beides Dinge, die ich
normalerweise liebe und schätze), das hat den Alm öhi in mir, der
noch den Halm kauend auf kuhbeglockten Almwiesen friedete, doch etwas
überfordert.
Interessant war das, kaum über den Berg hinüber, in eine komplett
andere Welt zu kommen. Von Ruhe und Beschaulichkeit zu Temperament und
Action.
Da ich in der Nacht um den See herum nicht nach schlafplätzen suchen
wollte, ging ich kurzerhand zum campingplatz.
Dort habeich auch den tag verbracht und bin dann gegen drei auf die
Straße Richtung Meran. Leider musste ich große Stücke auf der
statale fahren und war am Anfang sehr schockiert über die Laster,
Autos und Motorräder, die in großer Geschwindigkeit dahinbrettern.
Das war schon echt belastend für das Gemüt - der Lärm, die Gefahr
und die Aussicht, dass das noch viele km so weitergeht. Aber
irgendwann hab ich's verstanden: das ist kein Krieg, sondern
eigentlich ein gut funktionierendes System der fortbewegung, denn
obwohl alle schnell und laut sind, so ist doch eine Achtsamkeit und
Respekt vor allen Verkehrsteilnehmern da und obwohl ich mich manchmal
recht eng auf meinem unendlich langen weißen seitenstreifen fühlte,
so wurde ich doch niemals angehupt oder bedrängt und flog mit hoher
Geschwindigkeit Richtung aprica-Pass.
Als ich auf den Pass stieß, ging die Sonne gerade unter und ich war
froh, wieder in die höhe und Ruhe der Berge zu kommen und ich
strampelte in die dunkler werdende Nacht in Richtung Gipfel.
Als ich eeeeendlich. Oben war, war mir kalt, ich fühlte mich einsam
und ich wollte eigentlich nur ins Bett. So kam ich schließlich hierher
zum Campingplatz auf der hinteren Seite des Berges. Wortkarg checkte
ich ein baute mein Zelt auf und fiel sofort ins Bett in tiefen Schlaf.
Heute bin ich gut ausgeruht und meine Strecke beginnt mit der
restlichen Abfahrt und dann wartet gleich der nächste Pass auf mich -
Richtung Südtirol und meran, meinem heutigen etappenziel. I gfrei mi
scho auf Südtirol.
Aber jetzt wird als erstes mal gefrühstückt.
Schönen Tag euch allen
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